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Nicht schon wieder Heidi Klum

Okt 26, 2016

Der Aufreger der letzten Wochen hat auch mich nicht unberührt gelassen. Ich spreche nicht von der Exzellenz der sächsischen Polizei, den jüngsten Trump-Skandalen, Reichsbürgern oder wild gewordenen Clowns.

Nein. Es geht um was anderes. Heidi (hätte mir jemand gesagt, dass Heidi Klum Eingang in meinen Blog fände, und dann gleich zwei Mal – ich hätte ihn glatt für verrückt erklärt) hat ein graues Haar. Und die Welt leidet mit. An der Tatsache selbst oder an deren Veröffentlichung, sei dahin gestellt.

Aber wenn das Thema nun schon salonfähig ist, dann oute ich mich eben auch. Man glaube mir bitte, dass es mir schwer fällt, darüber zu reden. Ich habe versucht, mich mir nahestehenden Personen anzuvertrauen. Aber die wenden sich nur kopfschüttelnd ab.

Dabei grüble ich seit Wochen darüber nach, wie ich mir angesichts bevorstehender, mit Sicherheit oft erniedrigender Hygienesituationen wenigstens einen letzten Rest Würde erhalten und das Grau meiner Haare vertuschen kann. (Ja, das sind die Probleme einer „Spät“-Reisenden.)

Normalerweise kommt da alle fünf Wochen Farbe dran. Und zwar nicht irgendeine, sondern die angemischte vom Friseur meines Vertrauens. Für den ich im Übrigen mehr als 100 km one way zurück lege. Jeder Versuch, einen anderen Friseur aufzutreiben, endete bis dato in einem Tal der Tränen. Wenn ich Heidi wäre: Ich würde ihn glatt einfliegen lassen. Oder ihn heiraten. Aber so geht es nicht anders, als Farbe und Entwickler für ein Jahr plus Pinsel und Handschuhe mitzunehmen. Was man typischerweise im Gepäck einer Weltreisenden, die nicht mehr als 12 kg mitnehmen wollte, eben so findet…

Das Probepacken jedoch führt zu einem ernüchternden Ergebnis. Der Haarbeutel sprengt natürlich alles. Außerdem wird man mit Wasserstoffperoxid (das wäre der Entwickler) im Rucksack wohl schnell in die Bombenleger-Schublade gesteckt.

Meine Freundin sagt, ich soll mir die Haare in 5-Sterne-Hotels vor Ort machen lassen. Aber sie lässt dabei außer Acht, dass ich als Arbeitslose durch die Welt tingeln werde (ach ja, ich musste meinen Job dann doch kündigen) und nur ungern die Hälfte meines Reisebudgets in überteuerte Hotelfriseure investiere.

Meine Mutter findet sowieso, ich soll mir die Haare komplett abrasieren. Sei doch praktisch. Aber ich will nicht…

Es ist halt schade, dass sich keiner für den Grauanteil meiner Haare interessiert. Ich käme aus dem Fotografieren und Posten gar nicht mehr raus. Und würde am Ende noch berühmt. Dafür braucht’s auch keine Farbe. Und Würde schon gleich gar nicht.

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